RE: Kampf der Giganten

#1 von Ar-one , 16.12.2012 13:14

es braucht nicht viel Phantasie um die Teamkonstellation beim Yamaha Werksteam, im nächsten Jahr, als das Salz in der MotoGP Suppe zu erkennen. Ob es auch gleich den Pfeffer mitliefert, wird sich zeigen. Dass die Suppe aber zu fad wird, muss angesichts der Kontrahenten nicht befürchtet werden.

Da wäre einmal der Großmeister, Valentino Rossi, der von 1996 bis 2010 in unzähligen Rennen seine Qualitäten am Gasgriff und bei den Psychospielchen gezeigt hat. Er hat in dieser Zeit wie das heilige Fegefeuer die gesamte Motorrad Elite abgefackelt, und nie auch nur den geringsten Zweifel an seinem ?göttlichen? Status gelassen. Was das fortschreitende Älterwerden nicht geschafft hatte, erledigte die Ducati in nur zwei jämmerlichen Jahren. Der übersprudelnde Rossi hat kräftig Kohlensäure verloren. Ein stilles Wässerchen ist er zwar nicht geworden, aber der Dämpfer in der Psyche sitzt. Für einen Fahrer der seine Siege mit einem intuitiven und nahezu unzerstörbaren Selbstbewusstsein errungen hatte, kann diese Delle in der mentalen Verfassung der ausschlaggebende Punkt werden.

Dagegen steht sein Teamkollege, Jorge Lorenzo, vierfacher Weltmeister und am Höhepunkt seiner Karriere, der als erster, erfolgreich an Rossis Thron gerüttelt hatte, und sich in dieser Phase als hochkarätiger Titelanwärter mauserte, was sich dann letztlich auch bestätigte. Seine anfänglichen Rossi Nachahmspielchen hat er schnell beiseitegelegt, und sich fortan hauptsächlich damit beschäftigt, der Fachwelt zu zeigen, welche außergewöhnlichen Fähigkeiten als Motorradrennfahrer in ihm steckten. Sagenhaft seine Rennen, bei denen er von aussichtslosen Positionen, das Ruder herumriss, und in bravouröse Siege verwandelte. Diese Hartnäckigkeit, verbunden mit einer für Weltmeister unabdingbaren Konstanz über die ganze Saison, macht ihn zu einer Größe, die auf Augenhöhe mit dem Großmeister steht. Er ist kein Wadenbeißender Rookie mehr, sondern ein ausgewachsener Kampfhund, der nach dem ersten Ohrenbeißen nicht klein bei gibt, sondern nach der Kehle schnappen dürfte.

Der Großmeister hält sich verbal bedeckt, und weist vorsorglich darauf hin, er wolle nur sich selbst beweisen, ober er noch Schlagkräftig genug für Siege ist. In einem Interview ließ er, eher beiläufig, einen kurzen Blick in seine womöglich zutreffendere Zielsetzung gewähren. Auf die Frage, ob er seinen Rücktritt an eine Jahreszahl hängen könne, meinte er Sinngemäß, dass das bei entsprechenden Resultaten durchaus schon Ende 2013 sein könnte. Unausgesprochen blieb natürlich, dass es für ?entsprechende Resultate? nur eine einzige Variante gibt ? nämlich den WM Titel!

Im Speedweek Online Portal sind drei bemerkenswerte Interviews, die im Kern zur gleichen Aussage kommen. Dieses Duell wird im Kopf entschieden! Rossi ist mental angeschlagen, aber als Rennfahrer ein Egomane vom Herrn, der sich niemals wirklich als Nr.2 sehen wird.

Der Yamaha-Techniker Daniele Romagnoli kennt die beiden noch von 2010, und meint unter anderem:

Zitat
«Es wird 2013 mit Lorenzo und Rossi nicht einfacher sein als 2012», ist Romagnoli überzeugt, der jetzt bei Tech3-Yamaha als Crew-Chief von Cal Crutchlow arbeitet. «Auch ohne Trennwand werden die beiden wie zwei komplett separate Teams agieren. Es wird überhaupt keine Zusammenarbeit geben; damit darf man nicht rechnen. Ich weiss nicht, in welcher Rolle sich Valentino wiederfinden wird. Er war bei Yamaha jahrelang die Nr. 1. Das wird er 2013 nicht mehr sein. Aber Valentino wird nie jemanden über sich anerkennen. Schon gar nicht Lorenzo. Er will Macht ausüben und nicht unter der Kontrolle von Lorenzo stehen. Valentino hat mehr Angst vor Lorenzo gehabt als Lorenzo vor Rossi. Das könnte jetzt bei Valentino zu Problemen führen. Denn Jorge hat dem Team und Yamaha zwei Jahre lang seinen Stempel aufgedrückt. Er hat eine solide Basis. Und Valentino muss Lorenzo zuerst einmal besiegen...»



http://www.speedweek.de/MotoGP/news/3090...t-ausueben.html


Ähnlich äußert sich auch Kevin Schwantz, der 100% weiß von was er spricht, wenn er meint:

Zitat
«Wenn ein Fahrer zwei Jahre lang kaum eine Podestchance vorfindet, dann stellt er sich fragen. Ich hatte 1992 so eine üble Saison», erinnert sich Schwantz. «Ich habe ein Rennen gewonnen, aber bei den restlichen habe ich die Spitze nie aus der Nähe gesehen. Am Saisonende habe ich bei Suzuki gehörig Druck gemacht. Ich habe ihnen dringend geraten, die Entwicklung tüchtig voranzutreiben. Ich hatte Angst, den Anschluss an die Weltspitze zu verlieren. Ich habe keinen Zweifel: Auch Valentino hat einiges an Selbstvertrauen verloren.»



http://www.speedweek.de/art_30906.html


Wenn man nun die mentale Stärke von Lorenzo, der als aktueller Weltmeister, bis unter die letzte Haarwurzeln voll Selbstsicherheit sein müsste, entgegenhält, dazu noch die weniger schmeichelhafte Offenbarung von Yamaha, Rossi als Nachfolger von Ben Spies zu deklarieren, der nicht gerade sein Wunschkandidat, und selbstverständlich erst nach seiner Vertragsunterschrift unterbreitet wurde, dazu addiert, dürfte die Motivation von Lorenzo, Rossi vernichtend zu schlagen, deutlich erhöht sein.


Dazu etwas von Lorenzos Teammanager Wilco Zeelenberg:

Zitat
Inzwischen ist der gegenseitige Respekt zwischen Rossi und Lorenzo sicher grösser geworden. Aber die alten Wunden sind noch nicht gänzlich verheilt. Zeelenberg gibt deshalb gerne zu, dass die Nr. 46 nicht Lorenzos Wunschpilot für die nächste Saison war, als es um die Nachfolge von Ben Spies ging.
«Jorge hat einen anderen Fahrer vorgeschlagen. Aber es ist die Verantwortung von Yamaha, die Fahrer zu verpflichten», ist sich Zeelenberg bewusst. «Und in Mugello haben sie Jorge im Juli reinen Wein eingeschenkt. Die Yamaha-Manager haben ihm gesagt, dass sie mit Valentino verhandeln. Jorges Vertrag war bereits unterschrieben. Ich kann nicht behaupten, dass er in Begeisterungsstürme ausgebrochen ist. Aber er hat die Entscheidung von Yamaha akzeptiert.»



http://www.speedweek.de/MotoGP/news/3090...begeistert.html


Es dürfte spannend werden, wie sich die ersten Rennen 2013 entwickeln.
Wird Rossi, gleich bei den ersten Rennen, von Lorenzo im direkten Zweikampf deutlich besiegt, wird es für Rossis mentalen Zustand nicht einfacher. Würde Rossi gleich bei den ersten Rennen die Oberhand gewinnen, dürfte die Saison wirklich unterhaltsam werden. Einmal wieder an der Lunte gerochen, und der Großmeister geht ab wie Sau. Davon bin ich überzeugt.

Vielleicht wird er sich aber am Anfang etwas zurückhalten, um nicht gleich eventuelle Schwächen aufzudecken. Zwei, drei Rennen kann er sich noch mit Einarbeitung und Umstellung rausreden. Aber danach?

Lorenzo meint dazu:

Zitat
«Alle Rennfahrer würden gern den Weg des geringsten Widerstands beschreiten», gibt Lorenzo zu. «Jeder will ohne übertriebenes Risiko gewinnen und ohne unnötige Schwierigkeiten zum Erfolg kommen. Aber ich denke, die Ankunft von Valentino kann mich beflügeln. Es ist auch eine gute Gelegenheit für Valentino. Er kann auf der Rennstrecke beweisen, wozu er noch fähig ist. Er will zeigen, dass er noch Siege erkämpfen kann. Es wird ihm leichter fallen, vorne mitzumischen, weil die Yamaha viel leichter zu handhaben ist. Valentino als Teamkollegen zu haben, wird mich noch stärker machen. Ich kann einen der stärksten Fahrer alle Zeiten besiegen.»



Und Matthew Birt ergänzt im selben Artikel:

Zitat
Aber die Anspannung von Jorge Lorenzo ist auch bei diesen Worten zu spüren. Er hat erlebt, wie Rossi ein Team für sich einnehmen kann, wie er die Fans auf seine Seite bringt, wie die Entwicklungs-Ingenieure an seinen Lippen hängen, wie sehr ihn die Medien vergöttern und wie die Sponsoren mit ihm ins Rampenlicht drängen. Der Mythos Rossi hat nicht viel von seinem Glanz verloren.



http://www.speedweek.de/MotoGP/news/3092...egelt-mich.html


Lorenzo hat eindeutig die besseren Karten. Er ist noch voll auf der M1 zu Hause, hat die letzten zwei Jahre auf das Team eingewirkt, und ist mental gereift. Er wird wissen, wie fragil Rossis Psyche im Moment ist, und dementsprechend agieren. Die Frage ist, ob ihm Rossi die Möglichkeit dazu gibt.


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RE: Kampf der Giganten

#2 von Ar-one , 18.12.2012 18:47

Lorenzo streut dem Großmeister schon mal Rosen. Für den kommenden Psychokrieg scheint er jedefalls einen guten Spin-doc zu haben.
Besonders der letzte Satz ist bestimmt nicht so beiläufig wie er scheint.


Jorge Lorenzo geht die kommende Saison als Weltmeister zwar entspannt an, macht sich aber schon einige Gedanken um seinen neuen, alten Teamkollegen.

....Zudem ist Lorenzo der Meinung, dass sein alter und neuer Teamkollege die schwierigste Arbeit schon hinter sich hat. "Denn das war bei Ducati und nicht konkurrenzfähig zu sein. Ich denke, dass ihn das sehr verletzt hat, denn er wollte stark sein und mit dem italienischen Bike gewinnen", sagte der Mallorquiner bei MCN. "Ich denke, er war enttäuscht, aber ich glaube auch, dass sich mit dieser Situation nun alles verbessern kann. Meiner Meinung nach, hat er eine großartige Möglichkeit, um zu zeigen, dass er noch immer gewinnen kann."


http://www.motorsport-magazin.com/motogp...-fuer-2013.html


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RE: Kampf der Giganten

#3 von Ar-one , 20.12.2012 18:09

Es scheint fast so, als sei der Pfeffer fürs Werksteam im kommenden Jahr, schon im Vorfeld vom Yamaha Management gestreut worden...

So gesehen müsste sich Jorge nun ähnlich fühlen wie Rossi 2010.

Der Schärfefaktor des Yamaha Werksteams dürfte demnächst von Pfeffer auf Chili steigen.

Bis zum ersten Rennen wird der Scoville-Wert ständig steigen...


Furusawa zweifelt am Waffenstillstand zwischen Lorenzo und Rossi

Masao Furusawa, der ehemalige Entwicklungschef von Yamaha, gewährte kürzlich einen Blick hinter die Kulissen des Yamaha-Werksteams und erklärte, dass Yamahas Rennabteilung die Rückkehr von Valentino Rossi ablehnte und nur sein kommerzieller Wert über seine Zukunft entschied...

...Zudem erklärte der Japaner, dass die interne Politik von Yamaha die Rivalität von Lorenzo und Rossi von 2008 bis 2010 zusätzlich anfachte. Der Hauptfaktor sei dabei Yamaha-Racing-Chef Masahiko Nakajimas Wankelmütigkeit gewesen. «Bevor Lorenzo zu Yamaha kam, mochte Nakajima Valentino sehr gerne. Später begann er Jorge zu bevorzugen, weil es manchmal schwierig war mit Valentino umzugehen. Im Gegensatz dazu war Jorge jung und umgänglich. Mit Lorenzo lief alles gut für Yamaha, bis sie 2012 von seinen Verhandlungen mit Honda erfuhren. Nakajima war sehr verletzt und änderte sein Verhalten gegenüber Lorenzo. Er erkannte, dass sich Jorge wie jeder andere Fahrer verhält und nach seinen Interessen handelt. Da Valentinos Rückkehr in dieser Situation erfolgt, weiss ich nicht, was passieren wird.»....


http://www.speedweek.de/MotoGP/news/3109...uer-Yamaha.html


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RE: Kampf der Giganten

#4 von tourenbiker , 22.12.2012 13:38

ICH FREU MICH SOOOO AUF DIE NÄCHSTE SAISON!!!!!!!!!!!!


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RE: Kampf der Giganten

#5 von Ar-one , 23.12.2012 18:48

Zitat von tourenbiker
ICH FREU MICH SOOOO AUF DIE NÄCHSTE SAISON!!!!!!!!!!!!



du bist nicht allein, mit deiner Freude.....

Agostini freut sich auf Yamaha-Duell
Giacomo Agostini fiebert dem Stallduell zwischen Jorge Lorenzo und Valentino Rossi entgegen. Die anstehende Rivalität kann er an sich selbst nachvollziehen.
Die MotoGP-Fans freuen sich weiter auf den kommenden Leckerbissen bei Yamaha: Jorge Lorenzo und Valentino Rossi treten erstmals seit 2010 wieder mit demselben Material an. Masao Furusawa hat bereits vor einer unkontrollierbaren Situation gewarnt; Giacomo Agostini sieht das nicht ganz so dramatisch. Er weiß aber, dass es ein hartes Duell geben wird, da es bei gleichem Material keine Entschuldigungen gibt. Die besseren Chancen sieht er bei Lorenzo, doch dem Doktor traut er einige Siege zu.
"Valentino und Jorge haben sich, seit sie das letzte Mal als Teamkollegen aufeinandergetroffen sind, weiterentwickelt, aber es wird unmöglich für sie sein, eine komplette Saison als Freunde zu bestreiten", sagte der Rekordweltmeister gegenüber der Gazetta dello Sport. "Wenn man zwei Hähne im selben Hühnerstall hat, wird jeder versuchen, mehr Hahn als der andere zu sein", wagte er einen Ausflug in die Biologie.
.....


http://www.motorsport-magazin.com/motogp...ssere-hahn.html


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RE: Kampf der Giganten

#6 von tourenbiker , 24.12.2012 09:37

Ich glaube auch, daß es der Valentino mit dem Jorge nicht ganz leicht hat. Denn der hat sich in den letzten 2 Jahren zu einem beständigen Siegfahrer gemausert, und wenn er nicht gewinnen kann, dann holt er eben den 2. Platz. Trotzdem hoffe ich, daß der Vale dem Jorge ordentlich den Hosenboden versohlt. Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt. Und jetzt ist es an der Zeit, allen eine Fröhliche Weihnacht zu wünschen. Besonders Dir, R1, möchte ich Alles Gute wünschen, und hoffen, daß Du mich im nächsten Jahr wieder mit Deinen fachkundigen Kommentaren unterhältst.

P.S.: Am meisten freut es mich aber, daß der Jeremy Burgess auch wieder mit von der Partie ist. Ich habe schon befürchtet, daß er in den Ruhestand geht.


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RE: Kampf der Giganten

#7 von Ar-one , 25.12.2012 09:26

Zitat von tourenbiker
Besonders Dir, R1, möchte ich Alles Gute wünschen, und hoffen, daß Du mich im nächsten Jahr wieder mit Deinen fachkundigen Kommentaren unterhältst.



Solange Valentino mitmischt, wird meine ?fachkundige? Inspiration hoffentlich weiterhin anhalten...

Erst letztens las ich einen alten Jahresrückblick vom Jahr 2000. Mensch, hat dieser Bengel eingeschlagen, und wie. Allein schon die Ankündigung im Vorwort. Dort stand unter anderem:

Zitat von Friedemann Kirn, die Rennen zur WM 2000
Rossis gute Laune elektrisierte auch die Mechaniker, die mit der Umstellung von Doohans verbissenem Ehrgeiz auf die lässige italienische Lebensart nicht die geringsten Probleme hatten.
?Es ist erfrischend, jemand mit Valentinos Einstellung bei uns in der Box zu haben. Das ist Valentino. Wenn du das von ihm nehmen würdest, dann hättest du nicht mehr einen so guten Rennfahrer auf der Strecke. Außerdem darf man sich von seiner fröhlichen Art nicht täuschen lassen. Valentino hat ein außergewöhnliches Auffassungsvermögen, mit dem er jede Information wie ein Schwamm aufsaugt und sofort in schnellere Rundenzeiten umsetzten kann. Wirklich erstaunlich?, zollte ihm Jerry Burgess Respekt. ?Ich schätze dass wir hier einen jungen Fahrer haben, der über Jahre hinweg den Ton angeben wird?.?



Nachdem er dann wie eine übersprudelnde Magnum Flasche Champagner über die Saison schäumte, mit einigen sehenswerten Anfängerfehlern (siehe Sepang`00), landete er doch noch in seiner ersten Saison bei ?den Großen?, mit 49 Punkten Rückstand, auf WM Platz 2! Ich übertreibe nicht, wenn ich behaupte, noch nie - außer vielleicht Kevin Schwantz - hat mich ein Fahrer in seinem Debütjahr bei den GP500 so fasziniert auf dem Sofa zurückgelassen wie Vale.

Lieber tourenbiker, auch von mir nochmal die besten Weihnachts- und Neujahrswünsche.


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RE: Kampf der Giganten

#8 von Ar-one , 26.12.2012 14:53

Jorge traut den Liebesgrüssen aus Tavullia nicht so richtig übern Weg... :-D

«Ich hoffe, unser Verhältnis wird ewig gut bleiben», versicherte Lorenzo. «Es ist doch sinnvoller, wenn man gut zusammenarbeitet statt den andern täglich mit Scheisse zu überkippen. Ich habe Valentino noch nie in kurzer Zeit so viele nette Sachen über mich sagen gehört wie in jüngster Vergangenheit», stellte Lorenzo fest. «Ich muss also glauben, dass er Demut und Bescheidenheit zeigt und ehrlich glaubt, was er sagt.»


http://www.speedweek.de/MotoGP/news/3122...ossi-Demut.html


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RE: Kampf der Giganten

#9 von Ar-one , 31.12.2012 10:33

Auch G.W. hat sich ein paar Gedanken zum Großmeister gemacht.

Wenn sich die eher verhaltene Prognose von den zwei GP Siegen bewahrheitet, die angeblich für eine ausgeglichene Gemütsverfassung Rossis ausreichen, würde ich von Zweckoptimismus reden wollen, der im Vorfeld impliziert wurde, um eventuelle Kritik am Großmeister, Ende Saison, milder aussehen zu lassen.

Wobei zwei GP Siege ja nicht zu verachten wären. Doch nach dem ersten Sieg, sollte er denn passieren, schätze ich das Suchtpotenzial Rossis weitaus höher ein.

Ich würde die Siegeszahl glatt verdoppeln...



Valentino Rossi: Wie stark wird er 2013 sein?

Kolumne von Günther Wiesinger 27.12.12-09:34

Das Ducati-Desaster hat bei Rossi Spuren hinterlassen. Aber ich traue ihm 2013 bei Yamaha zumindest zwei GP-Siege zu.

Wer Valentino Rossi in der Saison 2012 auch nur ein einziges Mal direkt an der Rennstrecke beobachtete, dem stachen die Mängel der Ducati Desmosedici GP12 deutlich ins Auge. Da fehlte es an Vertrauen zum Vorderreifen, es mangelte an Traktion, an Bremsstabilität, es gingen Sekundenbruchteile durch die brachiale Kraftentfaltung, Wheelspin und die nicht sehr vertrauenswürdige Elektronik verloren; auch das ewige Untersteuern war nicht zu übersehen. Dazu gesellten sich hoher Spritverbrauch und starker Reifenverschleiss.


http://www.speedweek.de/art_31253.html


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RE: Kampf der Giganten

#10 von Ar-one , 31.12.2012 12:24

was der gute "Cycleburger" (O-Ton Kocinski von anno dazumal) so alles vermutet...

Rossi fahre nicht so Instinktiv und Impulsiv wie Jorge und Dani.... soso...ahhhaaa...

...deshalb muss er immer wissen was seine Maschine macht, sonst kommt er womöglich nicht schneller vom Fleck... mhhhhmm....

na ja - ein echter "Experte" eben, der Cycleburger...äh.. Zeelenberg...



Lorenzo und Dani Pedrosa gelten vorerst als die beiden Alphatiere. Rossi wird alles geben, um wieder dort vorne mitzumischen und mit Marc Marquez könnte sogar ein Rookie für Aufsehen sorgen. Vorrangig wird sich Rossi aber um Lorenzo und Pedrosa Gedanken machen, war sich Zeelenberg sicher. "Ich denke, er wird konstant um das Podest mitfahren - und das ist, wo wir stehen -, aber das große Fragezeichen für alle und ihn selbst ist, wie stark er dort mitfährt. Er wird etwas älter, auch wenn 34 nicht so alt ist. Er weiß, Jorge und Dani fahren mit viel Instinkt und sind impulsiv, so ist er selbst nicht."

Rossi muss stattdessen wissen, was an der Maschine passiert, weswegen er sich steigern kann, wenn er das Gefühl hat, die Maschine ist besser geworden. Sollte Yamaha das mit der M1 schaffen, wird Rossi auch wieder gewinnen, meinte Zeelenberg. "Er hat Probleme, wenn er das Gefühl nicht hat, um den Speed der anderen mitzugehen und ich habe das bereits 2010 gesehen. Wir haben jetzt eine völlig andere Maschine als damals und ich glaube, die Atmosphäre im Team wird ebenfalls anders sein als 2010.


http://www.motorsport-magazin.com/motogp...s-als-2010.html


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RE: Kampf der Giganten

#11 von Ar-one , 05.01.2013 18:43

große Worte von Jeremy.

aber - seit die Aussage, Rossi und er würden in 8min(?) die Ducati gezähmt haben, auch nach 2 Jahren noch übergroß im Raum steht, sollte man vielleicht vorsichtiger mit solch großen Worten umgehen...

Aber zwei kleine Details in dem Kommentar sind interessant. Laut Burgess sind die technischen Aussagen und das Gefühl von Rossi für die Weiterentwicklung der Yamaha besser bei den Yamaha-Ingenieuren rübergekommen. Und, Lorenzos Stärke läge eher in der Fähigkeit, mit jedem Motorrad irrsinnig schnell zu sein.

Es geht dabei um zwei unterschiedliche Grundcharaktere, die immer wieder zu wilden Diskussionen führen, und wegen denen auch das Ducati/Rossi Desaster besser verstanden werden könnte.

Rossi weiss genau was er will. Und um das zu erreichen kann er den ganzen Laden umkrempeln, bzw. er ist dabei so präzise dass die Ingenieure vor Freude jauchzen (Nur bei Ducati hätte das Ganze viel zu lange gedauert)

Andere Fahrer geben weniger Input, sind aber genauso erfolgreich, weil sie den Rest auf dem Motorrad geradebiegen.

Es geht jetzt nicht darum welcher Fahrertypus der Bessere ist. Auch das Persönliche sollte keine Rolle spielen. Wer wie Lorenzo oder Stoner den Titel holte, ist ein absolut würdiger Weltmeister.

Das interessante ist, wie die unterschiedlichen Fahrertypen für die Weiterentwicklung, also die technische Zukunft des Motorrads, zu beurteilen sind.


Ist Yamaha in Rossis Abwesenheit technisch überholt worden? Lorenzo-Teamchef Wilco Wilco Zeelenberg bestreitet das.

Im Yamaha-Werksteam wird es 2013 zwischen den Kontrahenten Jorge Lorenzo und Valentino Rossi nicht immer harmonisch zugehen. Der spanische Weltmeister sollte den Superstar zwar fahrerisch im Griff haben, denn Rossi wird im Februar 34 und befindet sich im Abendrot seiner Karriere.

Aber kommerziell gesehen ist Rossi immer noch Gold wert. Und gemeinsam mit Crew-Chief Jeremy Burgess (23 Jahre an der Seite des Italieners) werden ihm auch meisterhafte Fähigkeiten nachgesagt, was die Motorradentwicklung betrifft. Auch wenn er mit diesen Fähigkeiten bei Ducati Schiffbruch erlitten hat.

Burgess lässt gerne durchblicken, dass die Konstrukteure der Yamaha YZR-M1 von den technischen Fähigkeiten Lorenzos bisher nicht restlos überzeugt sind.


http://www.speedweek.de/MotoGP/news/3144...cher-Input.html


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RE: Kampf der Giganten

#12 von tourenbiker , 05.01.2013 20:08

Zitat von Ar-one
Und gemeinsam mit Crew-Chief Jeremy Burgess (23 Jahre an der Seite des Italieners) werden ihm auch meisterhafte Fähigkeiten nachgesagt, was die Motorradentwicklung betrifft.

http://www.speedweek.de/MotoGP/news/3144...cher-Input.html



23 Jahre an der Seite des Italieners??????????????

Ich denke da eher an 13 Jahre!!!!!!!!!!


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RE: Kampf der Giganten

#13 von Ar-one , 06.01.2013 08:41

So läppische Zahlendreher können uns "Experten" doch nicht aus der Ruhe bringen...


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RE: Kampf der Giganten

#14 von Ar-one , 07.01.2013 09:16

Wenn Yamaha die letzten zwei Jahre an Publicityentzug gelitten hat, dann kommen jetzt wieder die guten, fetten Zeiten auf sie zu. Das scheint mir doch auch ein Stück weit Grund für die Wiederverpflichtung Rossis gewesen zu sein.
Die wissen schon, was der Großmeister für die Publicity bringt - schon vor dem Start des ersten Rennens...

Ein Welcome Video gibts schon mal....

http://www.motorsport-magazin.com/motogp...lcome-home.html


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RE: Kampf der Giganten

#15 von Ar-one , 30.01.2013 19:10

Wenn ich Rossi wäre, würde ich den Medien einen kleinen Happen vor die Füße schmeißen. So nach dem Motto: "Ein Sieg wäre der Wendepunkt. Aber Lolli ist noch viel schneller.... zitter...bibber...und der Marquez ist ja auch noch da....schluchz... heul...!"

Denken würde ich aber: "ich will noch einen Zweikampf mit dem amtierenden WM, ähnlich wie in Motegi, oder in Laguna Seca. Egal, Hauptsache das Resultat ist das gleiche wie damals... Dann kann ich beruhigt dem Ende entgegen schauen, und irgendwann selbstzufrieden abtreten.


Rossi: Sieg wäre der Wendepunkt. So motiviert wie schon lange nicht mehr
Valentino Rossi sagt Jorge Lorenzo und Dani Pedrosa den Kampf an. Er will wieder siegen, weiß aber, dass er etwas Zeit zur Eingewöhnung braucht.


http://www.motorsport-magazin.com/motogp...nicht-mehr.html


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